Archive for the ‘Skandinavien’ Category

Endlich weniger Fischfang in der EU

Oktober 29, 2008

Die EU in einer positiven Rolle: sie will die Quote für den Fischfang in der Ostsee drastisch reduzieren wie die FR gestern schrieb. Zwar ist der endgültige Kompromiß für Hering mit 40 Prozent Reduzierung weitaus geringer als die von der EU angestrebten 63 Prozent, aber immer noch ein großer Fortschritt, um die Fischbestände in der Ostsee zu schonen. Mehr davon. Fischindustrie und Regierungen müssen endlich ernst mit dem Schutz des Meeres machen. Je schneller, desto besser.

SAS wirbt skandinavisch

Oktober 1, 2008

Wie das Fachblatt w&v heute berichtet, wirbt die skandinavische Fluglinie SAS mit einem einzigartigen Merkmal: den Buchstaben, die nur in den nordischen Sprachen vorkommen. Gute Idee, mäßige grafische Umsetzung wie man bei w&v sehen kann. Neben einem Wiederaufleben des früher herausragend eleganten Designs wäre ein besserer Service auch gut fürs Image.

Schwedens Liquidität und die politische Ökonomie

August 13, 2008

Der schwedische Banksektor steht vor erheblichen Risiken wie der Internationale Währungsfonds berichtet. Zwar läuft die schwedische Wirtschaft weiterhin robust, aber durch das starke schwedische Engagement im von der internationalen Finanzkrise besonders betroffenen Baltikum vor Risiken.

Die FAZ hat am Montag (leider online nicht verfügbar) in einem großen Artikel die schwedische Wirtschaft in der Tiefe analysiert. Die Wachstumsrisiken sind zwar erheblich, aber trotzdem scheint anders als in Dänemark eine weiche Landung mit einem Wirtschaftswachstum von knapp 2% möglich. Schweden hat durch seinen Haushaltsüberschuss von gut 3% auch die Möglichkeit, die Konjunktur zu stimulieren.

Spannend wird es wie die jetzige bürgerliche Regierung auf den erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit, den Druck auf den Haushalt und den weiterhin bestehende Wunsch nach einem umfassenden Wohlfahrtsstaat reagiert, bevor das Land 2010 wählt. Finanzminister Borg hat schon angedeutet, dass die Zeit der Reformen vorbei sein könnte. Politisch könnte sich das auch wegen der derzeitigen Schwäche der Sozialdemokraten auszahlen.  Es ist akllerdings auch klar, dass die Bürgerlichen das Land wirtschaftlich weiter liberalisieren wollen und aufgeschoben nicht aufgehoben ist.

Keine skandinavisch-französische Kommunikation

Juli 1, 2008

France Telecom hat das Übernahmeangebot für den skandinavischen Telekommunikationskonzern Telia Sonera zurückgezogen wie die internationale FT berichtet. Dem größten Anteilseigner, der schwedischen Regierung, waren die gebotenen 40 Milliarden US-Dollar zu wenig.

Damit ist eine Konsolidierung der europäischen Telekommunikationsmärkte weniger wahrscheinlich geworden. Aber die norwegische Telenor hat Interesse an TeliaSonera. Gut für eine skandinavische Lösung, aber sehr nah am Monopol. To be continued.

Eisbär statt Wirtschaftskrise in Island

Juni 6, 2008

Island hat es heute mal mit einem anderen Thema als der Wirtschaftskrise in die Zeitungen geschafft, schöner war es trotzdem nicht. Die isändische Polizei hat einen aus Grönland verirrten Eisbären erschossen, der erste in Island gesichtete seit 20 Jahren. Keine gute Aktion, den hätten sie mal lieber fangen sollen.

Islands Wirtschaft Teil 4

Mai 16, 2008

Die Lage in Island scheint sich trotz der konzertierten Aktion der nordischen Länder nicht zu verbessern. Zwar beruhigt der große SWAP die Märkte etwas, aber trotzdem geht das Land auf eine Rezesion zu.

Franzosen vor Skandinavien

April 19, 2008

France Telecom will Telia oder Telnor kaufen, wenn die FT vom Freitag recht hat. Erstere ist momentan dank der Privatisierungspolitik der aktuellen schwedischen Regierung recht günstig auf dem Markt. Die Franzosen scheinen gute Erträge und vor allem Innovationen bei Nutzung des Mobilfunknetzes als Vorteil eines Engagements in Skandinavien zu sehen.

Mal sehen, ob France Telecom mehr Glück hat als bei der deutschen Mobilcom am Anfang dieses Jahrhunderts. Eine skandinavische Mobilfunkgesellschaft dürfte allerdings als eigenständige Einheit vom Markt verschwinden und so die Führung der Nordischen in diesem Bereich eher schwächen. 

Post in Schweden und Dänemark fusioniert

April 3, 2008

Kurz notiert: Die Süddeutsche hat gestern berichtet, dass die nationale Postdienste von Schweden und Dänemark fuisonieren wollen. Hintergrund ist der Wettbewerbesdruck der große Postdienste aus Frankreich und Deutschland.

Der Markt kann also auch Positives liefern, wenn er Integration fördert wie in der EU oftder Fall. Hoffentlich vertragen sich Schweden und Dänen auch, dem skandinavischen Raum kann das nur helfen.

Islands Wirtschaft Teil 2

März 31, 2008

Ein Update zum Artikel von letzter Woche: Es scheint sich abzuzeichnen, dass die Probleme des isländischen Finanzsektors aus einer konzertierten Aktion von sogenannten Hedge Funds entstanden ist, wenn man der heutigen britischen Financial Times glaubt. So untersucht die Zentralbank die Vorgänge, die zu den Turbulenzen um die Krone geführt haben. Interessant, dass die isländische Bank Kaupthing rechtliche Schritte gegen die umstrittene US-Bank Bear Sterns untersucht, die eine Reise von Hedge Fund Spezialisten nach Island organisiert haben soll. Lustige Vorstellung, irgendwelche Hot Shots aus New York über Schaffelder laufen zu sehen, die sich fragen wie sie eine Attacke durchführen sollen.Nicht ganz so lustig sind die Folgen für die isländische Wirtschaft. Aber wie Wolfgang Münchau, mit dem ich sicherlich nicht immer einer Meinung bin, schreibt, sind die Struktur der Volkswirtschaft und auch der isländische Finanzsektor recht stabil, gerade im Vergleich mit anderen. Klar sei aber, dass es Ungleichgewichte gebe (z.B. im Immobilienmarkt oder in der Inflation), die korrigiert werden müssten. Ich stimme nicht ganz mit der optimistischen Haltung in der FT überein. Zum einen hilft es den Isländern wenig, wenn ihre Probleme die Weltwirtschaft in den Ruin trieben, zum anderen denke ich, dass die Probleme im Finanzsektor auch die reale Volkswirtschaft schwer schädigen können. Gut deshalb, dass die Regierung handelt.  Und nein, Herr Münchau, Private sind nicht automatisch besser als der Staat, wie gerade das isländische Beispiel zeigt. 

Das Ende des isländischen Wirtschaftsbooms?

März 26, 2008

Die FT berichtet heute in ihrer englischen Ausgabe über die Gefahr einer isländischen Wirtschaftskrise. Die isländische Zentralbank hat den Zinssatz um 125 Punkte angehoben, um die grassierende Inflation in der stark erhitzten Binnenkonjunktur zu bekämpfen. Zudem hat Island noch ein kleines Problem mit seinem Handelsdefizit. Nicht , dass die reale Ökonomie nicht funktioniert macht die Lage gefährlich, vor allem haben Unternehmen und vor allem Banken international expandiert und dabei stark auf Kredite im Ausland  zurückgegriffen. Damit importiert Island damit die aktuellen Probleme der globalen Wirtschaft in die isländische Volkswirtschaft. Und heute übersteigt der Buchwert der Banken den der gesamten isländischen Ökonomie bei weitem. Selbst die Zentralbank könnte im Falle einer Bankenkrise deshalb nur begrenzt eingreifen. Inzwischen wurde sogar schon der Ruf nach einer „Eurosation“ laut, der Umstellung der isländischen Wirtschaft auf den Euro durch eine Wechselkursbindung. Davon erhoffen sich Ökonomen eine Stabilisierung, weil die Krone ja anfällig für Spekulationen ist und bleibt. Das isländische Wirtschaftswachstum ist hoffentlich noch nicht zu Ende, aber schwierig dürfte es für ein Land mit der Einwohnerzahl von Bielefeld schon werden, seinen Platz in der Weltwirtschaft zu verteidigen. Das wird auch für die anderen Skandinavier relvant werden, die zwar etwas größer sind, aber auch ähnlichen Herausforderungen der wirtschaftlichen und politischen Internationalisierung leiden. Wie lange können sie (zumindest währungspolitisch) noch autonom handeln und wann müssen sie sich dem Euro-Block anschliessen, dem sie de facto teilweise ja schon angehören. Und wie verkraften die Gesellschaften und die sozialen Systeme das?Interessant und für mich neu, dass die anderen skandinavischen Staaten im Krisenfall eingreifen würden. Auf der anderen Seite aber auch logisch, wäre ein solches Eingreifen für die verkraftbar und eine Krise in Island würde sie stärker betreffen als andere. Hier ein Update.