Archive for the ‘Bücher’ Category

Homo duplex. A.F.Th. und die NZZ

Dezember 7, 2008

Die NZZ ist gar nicht genug für ihre ausführliche Berichterstattung zum niederländischen großautor A.F.Th. van der Heijden zu loben. Vor kurzem (ähem) besprach sie den nullten und Seiten-Band seines neuen Romanzyklus Homo duplex. Sehr lesenswert, hoffe bald mehr darüber schreiben zu können.

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Meeresfotografie von Philippe Plisson online

August 18, 2008

Die Meeresfotografie des Franzosen Philippe Plisson wie in „Das Meer“ ist bekannt und vielfach gerühmt – sehr zu recht. Ich habe gerade seine Online-Präsenz gesehen: http://www.plisson.com Eine technisch nicht sehr anspruchsvolle Website mit großartigen Bildern.

Government and glam rockers

Juni 30, 2008
Heute positiv in der internationalen FT (leider nicht online) besprochen: Das Buch „Crisis? What Crisis? – Britain in the 1970s“ von Alwyn W. Turner kommt auf meine Leseliste.  Der Zusammenhang von jeglicher Kultur (politische Kultur, Popkultur, gesellschaftliche Kultur, Hochkultur) miteinander klingt zu verlockend.

Brilliant Orange: The Neurotic Genius of Dutch Football

Juni 23, 2008

Weil es so lesenswert ist, hier der Hinweis auf David Winners: „Brilliant Orange: The Neurotic Genius of Dutch Football“, ohne Frage eines der lesenswertesten Fußballbücher überhaupt. Humorvoll, subjektiv, kenntnisreich, gut recherchiert, inside und mit dem Blick eines Outsiders geschrieben, der seine Sympathien für den guten, totalen Fußball nicht verhehlt. Ein Klassiker.

Peter Rühmkorf, Verfassungspoet

Juni 10, 2008

Peter Rühmkorf ist tot. Seine Gedichte finde ich nicht so überzeugend, aber seine Tagebücher, insbesondere TABU 1 und 2, sind wahre Schätze. Hier erfährt der Leser mehr über die alte Bundesrepublik und ihre Kultureliten als in mehreren Spiegel- oder ZEIT-Jahrgängen.

Was bleibt noch: ach ja, ich habe einmal gegen seine Frau Eva-Maria demonstriert, eine kurzzeitige Kultusministerin meines Heimatlandes Schleswig-Holstein. Obwohl sie Sozialdemokratin ist.

Patrick Bahners schreibt einen teils messerscharfen, teils schon absurden Nachruf in der FAZ. Die schönste Stelle des Nachrufs ist der letzte Absatz, lebensfroh und den Verfassungspoeten, und mir ist erst jetzt klar geworden, dass er einer ist, in seinen unterschiedlichen Dimensionen würdigend.

 

Der lebendige Ozean: Nachrichten aus der Wasserwelt

Mai 22, 2008

Endlich komme ich dazu wie geplant etwas über Bücher zum Meer zu schreiben.

Der Start dieser kleinen Reihe beginnt mit einem absoluten Schwergewicht: „Der lebendige Ozean: Nachrichten aus der Wasserwelt“ von Richard Ellis. Ellis widmet sich den bedrohten Meerestieren, seiner Meinung nach sind das fast alle, und das in einer atemberaubenden Bandbreite. Ich habe noch nie auf so wenig Seiten so gut geschrieben so viel über das Leben im Wasser gelesen und gelernt. Wer mehr über Haie, Schildkröten, Seekühe und weiteres Leben im Meer lesen will, der kommt an Ellis nicht vorbei. Er erklärt den Nicht-Biologen die Tiere knapp und gut, erzählt aber noch viel mehr über ihre Umwelt und warum sie gejagt und reduziert wurden. Besonders schön sind Ellis‘ Illustrationen der einzelnen Tiere. 

Fast genauso viel wie über Meerestiere berichtet das Buch über das menschliche Verhalten und die Gewinnsucht. Denn die Menschen töten die Tiere und vernichten ihren Lebensraum, zum Beispiel durch Besiedlung oder wirtschaftliche Nutzung, um Geld zu verdienen. Der Alarmismus ist ohne Frage berechtigt, nutzt sich allerdings nach dem vierten Mal durch Wiederholung ab – aber die Botschaft kommt zumindest bei mir an. Entweder wir ändern unser Verhalten oder wir rotten sie aus. 

Nach der Lektüre möchte ich einfach nur helfen, dass die Tiere erhalten bleiben. Wer das auch tun möchte: die Zeitschrift mare hat hier einige gute Links versammelt.

Bücher über das Meer

April 19, 2008

Ein neues ambitioniertes Projekt: ich will die Bücher, vor allem die Romane, die ich über das Meer gelesen habe, und anderes (Zeitschriften etc.) um Thema auflisten, kurz beschreiben und bewerten.

Gerade aus dem deutschsprachigen Raum gibt es abgesehen vom Mare-Verlag recht wenig zum Meer wie ich finde. 

Kennt jemand interessante Bücher oder Verlage zum Thema? Ich bin für jeden Hinweis dankbar und freue mich auf anregende Diskussionen.

NZZ erledigt Charlotte Roche

April 4, 2008

Quasi im Vorbeigehen und lässig wie sie es nur selten ist, erledigt die NZZ heute Charlotte Roche.  Der Artikel suggeriert nicht nur, dass sie ihren Viva-Job wegen Papa bekommen hat und trotz der Hochzeit mit einem einflussreichen Produzenten keine Sendung mehr bekommt, er vernichtet ihr (im Übrigen schlechtes und nicht lesenswertes, das war es aber auch schon vor dem Hype) Buch in wenigen Sätzen. Schönster Satz: „Deutschlands Kulturprovinz hat wieder einmal einen Superstar gefunden.“

Matussek sympathisch

März 19, 2008

Heute äußert sich Ex-SPIEGEL-Kulturchef Matthias Matussek im Tagesspiegel zu seiner Entlassung und vor allem zu seinem Videoblog, einem der wenigen interessanten in Deutschland.  Eigentlich finde ich Herrn Matussek ja herzlich unsympathisch, aber das durchaus gut inszenierte Interview nimmt mich für ihn ein. Schön selbstironisch und mit wohldosierten Sticheleien gegen Kollegen vom Spiegel und der FAS.

Bücherklau als Trendmonitor

März 13, 2008

Die Süddeutsche Zeitung hat heute den Bücherklau als Trendmonitor entdeckt. Faustregel: Je häufiger Bücher auf Buchmessen geklaut werden, desto besser werden sie sich verkaufen. Interessante Schlussfolgerung. Es scheint so als wäre das Buchmessen-Publikum nicht so anders als das Publikum auf Tourismus- oder andern Fachmessen. Was jetzt so verwunderlich auch nicht, das Gutmenschentum der Leser ist ja eher Image als Realität.

Für mich gilt: Nein zum Bücherklau, nein zur Bereicherung auf Messen! Leute, das macht das Leben nur voller, nicht schöner.

Oder wie die Süddeutsche eine Klosterinschrift aus Barcelona zitiert: „“Wer Bücher stiehlt, in dessen Hand soll sich das Buch in eine reißende Schlange verwandeln. Laut schreiend soll er um Gnade winseln, und seine Qualen sollen nicht gelindert werden, bis er in Verwesung übergeht. Mögen Bücherwürmer seine Eingeweide essen, und wenn er endlich zu seiner letzten Strafe geht, mögen die Flammen der Hölle ihn auf ewig verschlingen.“