Archive for August 2008

Merkel und Schröder, Russland und Georgien

August 19, 2008

Ein bemerkenswertes Interview mit dem ehemaligen außenpolitischen Berater von Helmut Kohl, Horst Teltschik, in der taz, in dem er sich dafür einsetzt, endlich Alt-Kanzler Schröder mit seinen exzellenten Beziehungen zur russischen Politik einzusetzen, um in der Georgien-Krise besser vermitteln zu können. Für Parteipolitik sei kein Platz.

Recht hat er. Dumm nur, dass Schröder Gazprom-Lobbyist wurde, statt ein deutsch-russisches Forum oder einen Think-Tank zu etablieren. Das fehlt leider auch weiterhin.  Damit hätte er zum Staatsmann der ersten Klasse werden können. So bleibt nur Helmut Schmidt in dieser Rolle, aber nach seinem Interview in der Zeit scheint joschka Fischer dafür bereit zu sein.

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Meeresfotografie von Philippe Plisson online

August 18, 2008

Die Meeresfotografie des Franzosen Philippe Plisson wie in „Das Meer“ ist bekannt und vielfach gerühmt – sehr zu recht. Ich habe gerade seine Online-Präsenz gesehen: http://www.plisson.com Eine technisch nicht sehr anspruchsvolle Website mit großartigen Bildern.

Man Ray und Nicolas Sarkozy

August 18, 2008

Am Wochenende auf der insgesamt eher mäßigen Man-Ray-Ausstellung „Unbekümmert, aber nicht gleichgültig“ (im Übrigen die Inschrift seines Grabsteins) im Berliner Gropius-Bau gewesen. Zwei wichtige Erkenntnisse:

Man Ray und der französische Staastpräsident Nicolas Sarkozy sehen sich frappierend ähnlich.

Und Picasso hat bei allem Selbstbewusstsein versucht, seine Halbglatze mit langen Haarsträhnen zu überkämmen.

Muckefuck im Museum

August 15, 2008

Das empfehlenswerte Johann-Jacobs-Museum zur Kulturgeschichte des Kaffees in Zürich zeigt eine Sonderausstellung über Kaffeeersatz, über die auch die NZZ berichtet. Ich hasse solchen Ersatz bei so einem wundervollen Getränk, aber Konzept und Inhalt klingen sehr gut.

Schwedens Liquidität und die politische Ökonomie

August 13, 2008

Der schwedische Banksektor steht vor erheblichen Risiken wie der Internationale Währungsfonds berichtet. Zwar läuft die schwedische Wirtschaft weiterhin robust, aber durch das starke schwedische Engagement im von der internationalen Finanzkrise besonders betroffenen Baltikum vor Risiken.

Die FAZ hat am Montag (leider online nicht verfügbar) in einem großen Artikel die schwedische Wirtschaft in der Tiefe analysiert. Die Wachstumsrisiken sind zwar erheblich, aber trotzdem scheint anders als in Dänemark eine weiche Landung mit einem Wirtschaftswachstum von knapp 2% möglich. Schweden hat durch seinen Haushaltsüberschuss von gut 3% auch die Möglichkeit, die Konjunktur zu stimulieren.

Spannend wird es wie die jetzige bürgerliche Regierung auf den erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit, den Druck auf den Haushalt und den weiterhin bestehende Wunsch nach einem umfassenden Wohlfahrtsstaat reagiert, bevor das Land 2010 wählt. Finanzminister Borg hat schon angedeutet, dass die Zeit der Reformen vorbei sein könnte. Politisch könnte sich das auch wegen der derzeitigen Schwäche der Sozialdemokraten auszahlen.  Es ist akllerdings auch klar, dass die Bürgerlichen das Land wirtschaftlich weiter liberalisieren wollen und aufgeschoben nicht aufgehoben ist.