Archive for Mai 2008

Helmut Schmidt, Held von 68

Mai 31, 2008

Heute schreibt Joscha Schmierer, Fischer-Kumpel und Langzeit-68er im Tagesspiegel über Mao und bemüht sich um eine ausgewogene Würdigung. Seine wichtigste Referenzen: Alt-Kanzler und Hardcore-Realist Helmut Schmidt und sein politischer Freund Henry Kissinger, Außenpolitiker der Ära Nixon. 

Mao hätte sicherlich die Ironie erkannt, dass die beiden heute Weltbild und Meinungen der durch den Langen Marsch in den öffentlichen Dienst erschöpften Generation von 68 prägen.

Martensteins Kreuzberg extrem

Mai 24, 2008

Sehr sympathisches Kurzvideo von Tagesspiegel-Martenstein über seinen Kreuzberger Kiez.

Der lebendige Ozean: Nachrichten aus der Wasserwelt

Mai 22, 2008

Endlich komme ich dazu wie geplant etwas über Bücher zum Meer zu schreiben.

Der Start dieser kleinen Reihe beginnt mit einem absoluten Schwergewicht: „Der lebendige Ozean: Nachrichten aus der Wasserwelt“ von Richard Ellis. Ellis widmet sich den bedrohten Meerestieren, seiner Meinung nach sind das fast alle, und das in einer atemberaubenden Bandbreite. Ich habe noch nie auf so wenig Seiten so gut geschrieben so viel über das Leben im Wasser gelesen und gelernt. Wer mehr über Haie, Schildkröten, Seekühe und weiteres Leben im Meer lesen will, der kommt an Ellis nicht vorbei. Er erklärt den Nicht-Biologen die Tiere knapp und gut, erzählt aber noch viel mehr über ihre Umwelt und warum sie gejagt und reduziert wurden. Besonders schön sind Ellis‘ Illustrationen der einzelnen Tiere. 

Fast genauso viel wie über Meerestiere berichtet das Buch über das menschliche Verhalten und die Gewinnsucht. Denn die Menschen töten die Tiere und vernichten ihren Lebensraum, zum Beispiel durch Besiedlung oder wirtschaftliche Nutzung, um Geld zu verdienen. Der Alarmismus ist ohne Frage berechtigt, nutzt sich allerdings nach dem vierten Mal durch Wiederholung ab – aber die Botschaft kommt zumindest bei mir an. Entweder wir ändern unser Verhalten oder wir rotten sie aus. 

Nach der Lektüre möchte ich einfach nur helfen, dass die Tiere erhalten bleiben. Wer das auch tun möchte: die Zeitschrift mare hat hier einige gute Links versammelt.

Gesine Schwan for President!

Mai 22, 2008

Noch ist es nicht offiziell, aber hoffentlich macht Gesine Schwan es: als Kandidatin von Mitte-Links gegen den Amtsinhaber Horst Köhler von der Rechten antreten. Zum einen schadet Wettbewerb der Demokratie in der Regel nicht, sondern macht sie besser. Und Schwan steht nun einmal für ein anderes Verständnis von Politik, Gesellschaft und Menschen als Horst Köhler. Zum anderen ist die Bilanz des Merkel-Westerwelle-Präsidenten durchwachsen. Kaum Impulse, in entscheidenden Momenten eine erschreckende Schwäche und schwere Fehleinschätzungen wie bei der Neuwahl 2005 und nicht zuletzt ein unsäglicher Populismus finden sich in seiner Bilanz. Wirklich zugute halten muss man ihm dagegen sein in der deutschen Politik einsames Engagement für Afrika.

Für mich ist Gesine Schwan die Kandiatin mit den besseren Ideen, einer menschlicheren Vorstellung von unserer Gesellschaft und einer überzeugenden Biographie, deshalb soll sie die neue Bundespräsidentin werden.

Finale

Mai 22, 2008

Was für ein Champions-League-Finale gestern, Manchester hat zum Glück doch noch gewonnen. Aber Chelsea war nahe dran sich den Sieg zu verdienen. Christiano Ronaldo war der entscheidend. Erst der Winner, dann unsichtbar, dann fast der tragische Verlierer und am Ende doch der Sieger.  Übrig bleiben Tränen von John Terry und Ballack und ein vor Spannung sich fast übergebender Milliardär (die kann man nicht einfach kaufen). Und natürlich das Gesicht von Sir Alex.

Zwei Fragen bleiben offen: wann sehen wir Arsenal als Gewinner der Champions League? Und wann endlich, endlich den HSV?

Es müssen schon zwei englische Klubs beteiligt sein (es also einen englischen Sieger geben), damit sich der Engländer an einem Elfmeterschießen erwärmen kann.

Nachtrag mit einem Zitat aus dem Indirekten Freistoss: „Es müssen schon zwei englische Klubs beteiligt sein (es also einen englischen Sieger geben), damit sich der Engländer an einem Elfmeterschießen erwärmen kann.“

Islands Wirtschaft Teil 4

Mai 16, 2008

Die Lage in Island scheint sich trotz der konzertierten Aktion der nordischen Länder nicht zu verbessern. Zwar beruhigt der große SWAP die Märkte etwas, aber trotzdem geht das Land auf eine Rezesion zu.

Etwas Nike-Werbung

Mai 9, 2008

Aber was für eine: von Guy Ritchie, mit Arsenal, ManU, der Elftal und vielen mehr. Exzellent.

Neue Weekend-FT

Mai 8, 2008

Nach knapp zwei Wochen komme ich jetzt doch endlich mal dazu etwas ueber das Buch Weekend der internationalen Financial Times zu schreiben.

Gliederung: Ist weitaus klarer, nicht mehr so beliebig wie vorher. Gut ist die Einfuehrung eines Unterbuchs fuer Literatur etc.

Optischer Eindruck: Luftiger, etwas stylischer, erinnert ein wenig an den Guardian (gerade an den), die Bildauswahl ist immer noch schwankend zwischen atemberaubend und einfach oede. Nett sind die Koerperportraets der Kolumnisten, viel besser als die meist unansehnlichen Passfotos.

Inhaltlicher Eindruck: Etwas gestrafft, aber zum Glueck immer noch die bisherige thematische Vielfalt und Breite sowie starke Meinungen und Themenfuehrerschaft. Genau das macht die FT am Wochenende – neben dem fundierten Journalismus – ja so lesenswert. Ich vermisse die Segel- und Haus-Kolumnen von Mallet und Myerson immer noch (der Immobilien-Teil hat sich nicht stark veraendert), aber dafuer war ich von etwas anderem sehr positiv ueberrascht: Tyler Brule, einer meiner Lieblingskolumnisten, ist wieder da! Herrlich schnoeselig und mit engem Blick auf Luxus und Business. Einmal in der Woche ist das gut.

 

Ohne Fahrrad

Mai 8, 2008

Hm, ich mag Bruessel ja, aber mein Fahrrad fehlt mir. Definitiv einer der Gruende wieder nach Berlin zurueckzukehren. Oder mein Rad zu holen?

The Economist und globale Medien

Mai 3, 2008

Sehr lesenswerter Artikel von Colin Byrne zum globalen Erfolg des Economist. Dem ist wenig hinzuzufügen, aber waru gibt es so wenig globale Medien? Das Interesse scheint sich vorerst doch auf eine kleine Klasse oder special interest zu beschränken. Aber es geht langsam voran wie man an der FT oder Monocle sehen kann. Außerdem iest jeder die Huffington Post online, als geht es dabei wohl eher um die teuren, klassischen Medien.

Apropos globale Medien: bin gespannt auf den Relaunch der FT, nachdem ich die erste Ausgabe mit neuer Weekend-Struktur wegen eines Segeltörns verpasst habe.