Islands Wirtschaft Teil 2

Ein Update zum Artikel von letzter Woche: Es scheint sich abzuzeichnen, dass die Probleme des isländischen Finanzsektors aus einer konzertierten Aktion von sogenannten Hedge Funds entstanden ist, wenn man der heutigen britischen Financial Times glaubt. So untersucht die Zentralbank die Vorgänge, die zu den Turbulenzen um die Krone geführt haben. Interessant, dass die isländische Bank Kaupthing rechtliche Schritte gegen die umstrittene US-Bank Bear Sterns untersucht, die eine Reise von Hedge Fund Spezialisten nach Island organisiert haben soll. Lustige Vorstellung, irgendwelche Hot Shots aus New York über Schaffelder laufen zu sehen, die sich fragen wie sie eine Attacke durchführen sollen.Nicht ganz so lustig sind die Folgen für die isländische Wirtschaft. Aber wie Wolfgang Münchau, mit dem ich sicherlich nicht immer einer Meinung bin, schreibt, sind die Struktur der Volkswirtschaft und auch der isländische Finanzsektor recht stabil, gerade im Vergleich mit anderen. Klar sei aber, dass es Ungleichgewichte gebe (z.B. im Immobilienmarkt oder in der Inflation), die korrigiert werden müssten. Ich stimme nicht ganz mit der optimistischen Haltung in der FT überein. Zum einen hilft es den Isländern wenig, wenn ihre Probleme die Weltwirtschaft in den Ruin trieben, zum anderen denke ich, dass die Probleme im Finanzsektor auch die reale Volkswirtschaft schwer schädigen können. Gut deshalb, dass die Regierung handelt.  Und nein, Herr Münchau, Private sind nicht automatisch besser als der Staat, wie gerade das isländische Beispiel zeigt. 

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Eine Antwort to “Islands Wirtschaft Teil 2”

  1. Das Ende des isländischen Wirtschaftsbooms? « Chris Berlin Says:

    […] Das Ende des isländischen Wirtschaftsbooms? Die FT berichtet heute in ihrer englischen Ausgabe über die Gefahr einer isländischen Wirtschaftskrise. Die isländische Zentralbank hat den Zinssatz um 125 Punkte angehoben, um die grassierende Inflation in der stark erhitzten Binnenkonjunktur zu bekämpfen. Zudem hat Island noch ein kleines Problem mit seinem Handelsdefizit. Nicht , dass die reale Ökonomie nicht funktioniert macht die Lage gefährlich, vor allem haben Unternehmen und vor allem Banken international expandiert und dabei stark auf Kredite im Ausland  zurückgegriffen. Damit importiert Island damit die aktuellen Probleme der globalen Wirtschaft in die isländische Volkswirtschaft. Und heute übersteigt der Buchwert der Banken den der gesamten isländischen Ökonomie bei weitem. Selbst die Zentralbank könnte im Falle einer Bankenkrise deshalb nur begrenzt eingreifen. Inzwischen wurde sogar schon der Ruf nach einer “Eurosation” laut, der Umstellung der isländischen Wirtschaft auf den Euro durch eine Wechselkursbindung. Davon erhoffen sich Ökonomen eine Stabilisierung, weil die Krone ja anfällig für Spekulationen ist und bleibt. Das isländische Wirtschaftswachstum ist hoffentlich noch nicht zu Ende, aber schwierig dürfte es für ein Land mit der Einwohnerzahl von Bielefeld schon werden, seinen Platz in der Weltwirtschaft zu verteidigen. Das wird auch für die anderen Skandinavier relvant werden, die zwar etwas größer sind, aber auch ähnlichen Herausforderungen der wirtschaftlichen und politischen Internationalisierung leiden. Wie lange können sie (zumindest währungspolitisch) noch autonom handeln und wann müssen sie sich dem Euro-Block anschliessen, dem sie de facto teilweise ja schon angehören. Und wie verkraften die Gesellschaften und die sozialen Systeme das?Interessant und für mich neu, dass die anderen skandinavischen Staaten im Krisenfall eingreifen würden. Auf der anderen Seite aber auch logisch, wäre ein solches Eingreifen für die verkraftbar und eine Krise in Island würde sie stärker betreffen als andere. Hier ein Update. […]

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