Archive for März 2008

Kaum Business-Frauen in Berlin

März 31, 2008

Geschäftliche Besuche in Hamburg und Meetings mit Frauen aus München werfen immer wieder die Frage auf: warum gibt es eigentlich so wenige davon in Berlin? Ich finde diesen durchschnittlichen Look eigentlich eher langweilig, er ist aber auch Ausdruck von Mitte – und das im positiven Sinne. Da fehlt es Berlin wohl noch an Wohlstand und Mittelmaß. Entweder sind die Frauen hier individuell angezogen oder aber eher sportlich und im Freizeitlook, wobei letzteres deutlich überwiegt und meist schlimm aussieht.

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Islands Wirtschaft Teil 2

März 31, 2008

Ein Update zum Artikel von letzter Woche: Es scheint sich abzuzeichnen, dass die Probleme des isländischen Finanzsektors aus einer konzertierten Aktion von sogenannten Hedge Funds entstanden ist, wenn man der heutigen britischen Financial Times glaubt. So untersucht die Zentralbank die Vorgänge, die zu den Turbulenzen um die Krone geführt haben. Interessant, dass die isländische Bank Kaupthing rechtliche Schritte gegen die umstrittene US-Bank Bear Sterns untersucht, die eine Reise von Hedge Fund Spezialisten nach Island organisiert haben soll. Lustige Vorstellung, irgendwelche Hot Shots aus New York über Schaffelder laufen zu sehen, die sich fragen wie sie eine Attacke durchführen sollen.Nicht ganz so lustig sind die Folgen für die isländische Wirtschaft. Aber wie Wolfgang Münchau, mit dem ich sicherlich nicht immer einer Meinung bin, schreibt, sind die Struktur der Volkswirtschaft und auch der isländische Finanzsektor recht stabil, gerade im Vergleich mit anderen. Klar sei aber, dass es Ungleichgewichte gebe (z.B. im Immobilienmarkt oder in der Inflation), die korrigiert werden müssten. Ich stimme nicht ganz mit der optimistischen Haltung in der FT überein. Zum einen hilft es den Isländern wenig, wenn ihre Probleme die Weltwirtschaft in den Ruin trieben, zum anderen denke ich, dass die Probleme im Finanzsektor auch die reale Volkswirtschaft schwer schädigen können. Gut deshalb, dass die Regierung handelt.  Und nein, Herr Münchau, Private sind nicht automatisch besser als der Staat, wie gerade das isländische Beispiel zeigt. 

Krömer und Gottschalk: ein Debakel

März 29, 2008

Haben die ARD-Intendanten ihn gezwungen? Oder ist er freiwillig gegangen? Was hat Kurt Krömer bloß von einem Besuch bei Gottschalk erwartet? Herausgekommen ist auf jeden Fall ein Debakel.

CDU-Partei-Agentur für Tempelhof-Kampagne

März 27, 2008

Reiner Zufall. Kein inhaltlicher Zusammenhang. Das dürften Kommentare dazu sein, dass die CDU-Partei-Agentur Shipyard die Kampagne der Tempelhof-Befürworter macht. Die Kampagne der Befürworter droht damit zur reinen CDU-Kampagne zu werden. Mal sehen, wie sich das in der Kommunikation auswirkt.

Das Ende des isländischen Wirtschaftsbooms?

März 26, 2008

Die FT berichtet heute in ihrer englischen Ausgabe über die Gefahr einer isländischen Wirtschaftskrise. Die isländische Zentralbank hat den Zinssatz um 125 Punkte angehoben, um die grassierende Inflation in der stark erhitzten Binnenkonjunktur zu bekämpfen. Zudem hat Island noch ein kleines Problem mit seinem Handelsdefizit. Nicht , dass die reale Ökonomie nicht funktioniert macht die Lage gefährlich, vor allem haben Unternehmen und vor allem Banken international expandiert und dabei stark auf Kredite im Ausland  zurückgegriffen. Damit importiert Island damit die aktuellen Probleme der globalen Wirtschaft in die isländische Volkswirtschaft. Und heute übersteigt der Buchwert der Banken den der gesamten isländischen Ökonomie bei weitem. Selbst die Zentralbank könnte im Falle einer Bankenkrise deshalb nur begrenzt eingreifen. Inzwischen wurde sogar schon der Ruf nach einer „Eurosation“ laut, der Umstellung der isländischen Wirtschaft auf den Euro durch eine Wechselkursbindung. Davon erhoffen sich Ökonomen eine Stabilisierung, weil die Krone ja anfällig für Spekulationen ist und bleibt. Das isländische Wirtschaftswachstum ist hoffentlich noch nicht zu Ende, aber schwierig dürfte es für ein Land mit der Einwohnerzahl von Bielefeld schon werden, seinen Platz in der Weltwirtschaft zu verteidigen. Das wird auch für die anderen Skandinavier relvant werden, die zwar etwas größer sind, aber auch ähnlichen Herausforderungen der wirtschaftlichen und politischen Internationalisierung leiden. Wie lange können sie (zumindest währungspolitisch) noch autonom handeln und wann müssen sie sich dem Euro-Block anschliessen, dem sie de facto teilweise ja schon angehören. Und wie verkraften die Gesellschaften und die sozialen Systeme das?Interessant und für mich neu, dass die anderen skandinavischen Staaten im Krisenfall eingreifen würden. Auf der anderen Seite aber auch logisch, wäre ein solches Eingreifen für die verkraftbar und eine Krise in Island würde sie stärker betreffen als andere. Hier ein Update.

Mac-Gewohnheiten am PC

März 26, 2008

Ich weiß, dass es ein langes Wochenende war, weil ich versuche, meinen PC im Büro mit nicht vorhandenen Mac-Tasten zu bedienen.

Noch zwei Tage bis zum nächsten Wochenende.

P€€r-Rap

März 20, 2008

Mal wieder eine Seite mit einer witzigen Flash-Animation als Politik-Satire, dieses Mal mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Recht unterhaltsam.  

Nachtrag: Das scheint sogar vom Bundesfinanzministerium als Viral angelegt zu sein. Dann Hut ab vor soviel Selbstironie. 

Matussek sympathisch

März 19, 2008

Heute äußert sich Ex-SPIEGEL-Kulturchef Matthias Matussek im Tagesspiegel zu seiner Entlassung und vor allem zu seinem Videoblog, einem der wenigen interessanten in Deutschland.  Eigentlich finde ich Herrn Matussek ja herzlich unsympathisch, aber das durchaus gut inszenierte Interview nimmt mich für ihn ein. Schön selbstironisch und mit wohldosierten Sticheleien gegen Kollegen vom Spiegel und der FAS.

Tod durch unsicheres Pinkeln

März 18, 2008

Die Segelsaison wird bald eröffnet – endlich! Aber damit kommen natürlich auch die wenigen negativen Seiten dieses wunderschönen Sports wieder hervor. Das Flensburger Tageblatt widmet sich heute einem der dunkelsten Kapitel: dem Tod von (männlichen) Seglern durch das Urinieren über Bord ohne Sicherung.

Jedes Jahr kostet die Unvorsichtigkeit anscheinend mehrere Segler das Leben, weil sie sich an Bord nicht festmachen oder festhalten. Aber die Rettung sind wieder mal die Frauen, die diese Form der Erleichterung in der Regel unterbinden.

Trotzdem Männer, entweder die Bordtoilette verwenden oder der Goldenen Regel der Wasserschutzpolizei folgen: „Eine Hand fürs Schiff und eine Hand für sich.“

Union feiert Erfolg nach Erfolg

März 18, 2008

Die Union eilt derzeit ja von Erfolg zu Erfolg. Gestern hat sie einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur Mehrheit über den regular tables, oh, Stammtischen, und damit auf dem Weg zur absoluten Mehrheit in Deutschland setzen können.  Die elegante Sprache und das Proust’sche Deutsch muss man unkommentiert geniessen: 

„Sprachlicher Verbraucherschutz“ ermutigt durch gute Platzierung bei Sprachwahrerpreis

Für eine verständliche deutsche Sprache im Sinne aller Verbraucher

Anlässlich des Gewinns des dritten Platzes bei der Wahl zum Sprachwahrer des Jahres 2007 erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Peter Bleser MdB, der wirtschaftspolitische Sprecher, Laurenz Meyer MdB, die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner MdB sowie Gitta Connemann MdB:

Seit acht Jahren wählen die Leser der DEUTSCHEN SPRACHWELT Sprachwahrer, um vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache auszuzeichnen. Bisher erhielten diese Auszeichnung unter anderen die Kammersängerin Edda Moser, Papst Benedikt XVI., der Dichter Reiner Kunze und der Schriftsteller Martin Mosebach.

Nun hat die DEUTSCHE SPRACHWELT die Sprachwahrer des Jahres 2007 bekannt gegeben. Bei der jüngsten Wahl erreichte die CDU/CSU-Initiative „Sprachlicher Verbraucherschutz“ den dritten Platz unter einer Vielzahl von Nominierungen. Wir fühlen uns durch unsere Nominierung und Platzierung bestätigt und bestärkt, für eine verständliche deutsche Sprache im Sinne aller Verbraucher einzutreten. Der Gewinner und auch sonst erfolgreiche Weltkonzern Porsche nimmt mit dem bewussten Einsatz von Deutsch als Unternehmenssprache Vorbildfunktion für andere Konzerne ein. Leitbild der Unions-Verbraucherpolitik ist der informierte, mündige Bürger. Verständliche Sprache ist die Voraussetzung, eigenverantwortliches entscheiden zu können. Fremdsprachliche Ausdrücke und Begriffe im Schulunterricht, in der Arbeitswelt, in der Wissenschaft, der Werbung und in der Öffentlichkeit nehmen stetig zu. Vor allem die englische Sprache beeinflusst in vielfältiger Weise immer stärker die deutsche Sprache, das Bild in unseren Städten und die Medienlandschaft.

Jedoch ist nach eigenen Angaben etwa ein Drittel der in Deutschland lebenden Bevölkerung des Englischen nicht mächtig. Dies sind vor allem ältere Menschen, deren schulische Bildung das Erlernen von Fremdsprachen noch nicht vorsah sowie Menschen mit Migrationshintergrund, die knapp 19 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen. Von ihnen wird zu Recht erwartet, dass sie aus Integrationsgründen die deutsche Sprache erlernen. Im Sprachalltag stoßen diese Personengruppen immer häufiger an Grenzen. Wir benötigen deshalb einen erweiterten Verbraucherschutz, der sich auch auf das Verständnis von Sprache bezieht. Es muss im Alltag wieder selbstverständlich werden, dass der Verbraucher in Deutschland sich ausschließlich mit der deutschen Sprache zurechtfinden kann. Das heißt nicht, sich gegen andere Sprachen abschotten zu wollen, so halten wir das Erlernen von Fremdsprachen für unabdingbar.