Weil es so lesenswert ist, hier der Hinweis auf David Winners: “Brilliant Orange: The Neurotic Genius of Dutch Football”, ohne Frage eines der lesenswertesten Fußballbücher überhaupt. Humorvoll, subjektiv, kenntnisreich, gut recherchiert, inside und mit dem Blick eines Outsiders geschrieben, der seine Sympathien für den guten, totalen Fußball nicht verhehlt. Ein Klassiker.
Brilliant Orange: The Neurotic Genius of Dutch Football
Juni 23, 2008 by chrisberlinDas Fußball-Drama der Niederlande
Juni 22, 2008 by chrisberlinDie Niederlande sind ein schönes Land, die meisten Holländer nette Menschen und ich ein Freund von Ajax Amsterdam und der Elftal, der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft. Das vorweg.
Wie kann eine Mannschaft mit Spielern wie Sneijder, van Bronckhorst, Robben, van der Vaart, van Nistelrooy, Huntelaar und Heitinga gegen eine gut aufspielende, aber nicht überwältigende russische Mannschaft so untergehen? Auch einen Tag nach dem Spiel ist mir das unbegreiflich. Respekt vor Boulahrouz, dass er trotz seiner Situation gespielt hat, aber seine Mannschaft hätte ihn ersetzen können müssen. Statt dessen gab es nach drei herausragenden Spielen einen Einbruch, der die Niederländer wieder einmal zu einer schön spielenden, aber wenig effektiven Mannschaft hat werden lassen. Vielleicht ist die von David Winner in seinem wundervollen Buch “Brilliant Orange: The Neurotic Genius of Dutch Football” vertretene These, dass niederländischer Fussball fürs Gewinnen zu komplex und schönheitsorientiert ist, nicht ganz verkehrt. Sehr schade, den ich hatte mich auf ein Endspiel mit den Niederländern gefreut. Das hätten dann aber hoffentlich die Deutschen gewonnen. Wieder zwei bis vier Jahre warten.
Die Nominierung der Demokraten in acht Minuten
Juni 12, 2008 by chrisberlinEin brillanter Spot, der die Geschichte der demokratischen Nominierung für die Präsidentschaftswahl 2008 erzählt. Kurz, objektiv und pointiert.
Peter Rühmkorf, Verfassungspoet
Juni 10, 2008 by chrisberlinPeter Rühmkorf ist tot. Seine Gedichte finde ich nicht so überzeugend, aber seine Tagebücher, insbesondere TABU 1 und 2, sind wahre Schätze. Hier erfährt der Leser mehr über die alte Bundesrepublik und ihre Kultureliten als in mehreren Spiegel- oder ZEIT-Jahrgängen.
Was bleibt noch: ach ja, ich habe einmal gegen seine Frau Eva-Maria demonstriert, eine kurzzeitige Kultusministerin meines Heimatlandes Schleswig-Holstein. Obwohl sie Sozialdemokratin ist.
Patrick Bahners schreibt einen teils messerscharfen, teils schon absurden Nachruf in der FAZ. Die schönste Stelle des Nachrufs ist der letzte Absatz, lebensfroh und den Verfassungspoeten, und mir ist erst jetzt klar geworden, dass er einer ist, in seinen unterschiedlichen Dimensionen würdigend.
Schöne Visitenkarten
Juni 5, 2008 by chrisberlinHelmut Schmidt, Held von 68
Mai 31, 2008 by chrisberlinHeute schreibt Joscha Schmierer, Fischer-Kumpel und Langzeit-68er im Tagesspiegel über Mao und bemüht sich um eine ausgewogene Würdigung. Seine wichtigste Referenzen: Alt-Kanzler und Hardcore-Realist Helmut Schmidt und sein politischer Freund Henry Kissinger, Außenpolitiker der Ära Nixon.
Mao hätte sicherlich die Ironie erkannt, dass die beiden heute Weltbild und Meinungen der durch den Langen Marsch in den öffentlichen Dienst erschöpften Generation von 68 prägen.
Martensteins Kreuzberg extrem
Mai 24, 2008 by chrisberlinSehr sympathisches Kurzvideo von Tagesspiegel-Martenstein über seinen Kreuzberger Kiez.
Der lebendige Ozean: Nachrichten aus der Wasserwelt
Mai 22, 2008 by chrisberlinEndlich komme ich dazu wie geplant etwas über Bücher zum Meer zu schreiben.
Der Start dieser kleinen Reihe beginnt mit einem absoluten Schwergewicht: “Der lebendige Ozean: Nachrichten aus der Wasserwelt” von Richard Ellis. Ellis widmet sich den bedrohten Meerestieren, seiner Meinung nach sind das fast alle, und das in einer atemberaubenden Bandbreite. Ich habe noch nie auf so wenig Seiten so gut geschrieben so viel über das Leben im Wasser gelesen und gelernt. Wer mehr über Haie, Schildkröten, Seekühe und weiteres Leben im Meer lesen will, der kommt an Ellis nicht vorbei. Er erklärt den Nicht-Biologen die Tiere knapp und gut, erzählt aber noch viel mehr über ihre Umwelt und warum sie gejagt und reduziert wurden. Besonders schön sind Ellis’ Illustrationen der einzelnen Tiere.
Fast genauso viel wie über Meerestiere berichtet das Buch über das menschliche Verhalten und die Gewinnsucht. Denn die Menschen töten die Tiere und vernichten ihren Lebensraum, zum Beispiel durch Besiedlung oder wirtschaftliche Nutzung, um Geld zu verdienen. Der Alarmismus ist ohne Frage berechtigt, nutzt sich allerdings nach dem vierten Mal durch Wiederholung ab - aber die Botschaft kommt zumindest bei mir an. Entweder wir ändern unser Verhalten oder wir rotten sie aus.
Nach der Lektüre möchte ich einfach nur helfen, dass die Tiere erhalten bleiben. Wer das auch tun möchte: die Zeitschrift mare hat hier einige gute Links versammelt.
Gesine Schwan for President!
Mai 22, 2008 by chrisberlinNoch ist es nicht offiziell, aber hoffentlich macht Gesine Schwan es: als Kandidatin von Mitte-Links gegen den Amtsinhaber Horst Köhler von der Rechten antreten. Zum einen schadet Wettbewerb der Demokratie in der Regel nicht, sondern macht sie besser. Und Schwan steht nun einmal für ein anderes Verständnis von Politik, Gesellschaft und Menschen als Horst Köhler. Zum anderen ist die Bilanz des Merkel-Westerwelle-Präsidenten durchwachsen. Kaum Impulse, in entscheidenden Momenten eine erschreckende Schwäche und schwere Fehleinschätzungen wie bei der Neuwahl 2005 und nicht zuletzt ein unsäglicher Populismus finden sich in seiner Bilanz. Wirklich zugute halten muss man ihm dagegen sein in der deutschen Politik einsames Engagement für Afrika.
Für mich ist Gesine Schwan die Kandiatin mit den besseren Ideen, einer menschlicheren Vorstellung von unserer Gesellschaft und einer überzeugenden Biographie, deshalb soll sie die neue Bundespräsidentin werden.